Interim Management im Mittelstand: Führung auf Zeit, wenn es zählt
BECKER + PARTNER: Interim Manager für den industriellen Mittelstand
Der kaufmännische Geschäftsführer eines Zulieferers für Automotive kündigte an einem Montag. Am Dienstag saß der Gesellschafter bei uns. Nicht weil er sofort einen Nachfolger wollte. Die permanente Besetzung würde Monate dauern, das wusste er. Er brauchte jemanden, der am nächsten Montag anfangen konnte. Jemanden, der die Liquidität sichert, die Banken beruhigt und dem Team zeigt, dass die Führung steht. Innerhalb von neun Tagen saß ein Interim-Geschäftsführer im Büro. Vier Monate später war die Position dauerhaft besetzt. Das Unternehmen hatte in der Zwischenzeit keinen Tag ohne Führung verbracht.
Das ist Interim Management, wie wir es verstehen. Kein Lückenbüßer. Kein teurer Berater, der Analysen liefert, aber keine Verantwortung übernimmt. Sondern eine erfahrene Führungskraft, die operativ einsteigt, Verantwortung übernimmt und das Unternehmen durch eine kritische Phase steuert.
Wann Interim Management sinnvoll ist
Mittelständische Unternehmen holen sich eine Führungskraft auf Zeit in fünf typischen Situationen. Jede verlangt einen anderen Typus und ein anderes Mandat.
Ungeplanter Ausfall einer Führungskraft
Der Klassiker. Montags die Kündigung auf dem Tisch, und plötzlich fehlt der Mensch, der den Vertrieb zusammenhält oder die Fertigung steuert. Das Team springt ein, zwei Wochen lang funktioniert das. Dann merken die Kunden, dass Angebote liegen bleiben. Dann merkt die Bank, dass Zahlen fehlen. Ein Interim Manager fängt das auf und hält das operative Geschäft am Laufen, während wir per Executive Search den dauerhaften Nachfolger suchen. Drei bis sechs Monate, mehr braucht es meistens nicht.
Restrukturierung und Sanierung
Das Unternehmen steckt in einer Krise. Aufträge brechen weg, die Kosten stimmen nicht mehr, die Bank stellt Fragen. In dieser Situation braucht es jemanden, der Restrukturierung kann, der unpopuläre Entscheidungen trifft und der das Vertrauen der Stakeholder zurückgewinnt. Das ist kein Job für einen internen Manager, der danach noch mit den Leuten zusammenarbeiten muss. Das ist ein Job für einen Profi auf Zeit.
Wachstum und Aufbau neuer Bereiche
Ein Unternehmen expandiert, baut einen neuen Standort auf, erschließt einen neuen Markt. Die vorhandene Führungsmannschaft ist ausgelastet, und eine Festanstellung lohnt sich für die Aufbauphase nicht. Ein Interim Manager mit Branchenerfahrung bringt das Projekt in die Spur und übergibt an die dauerhafte Besetzung, sobald die Strukturen stehen.
Unternehmensnachfolge und Übergangsphase
Der alte Geschäftsführer ist raus, der neue noch nicht da. Oder die Unternehmensnachfolge dauert länger als alle dachten, weil sich Gesellschafter nicht einigen können oder der Wunschkandidat abspringt. In der Zwischenzeit braucht das Unternehmen jemanden am Steuer. Keinen Verwalter, sondern einen Interim-Geschäftsführer, der entscheidet, führt und dem Team Sicherheit gibt. Wir suchen in solchen Fällen oft beides parallel: den Manager auf Zeit und den dauerhaften Nachfolger.
Digitalisierung und Sonderprojekte
Ein Mittelständler mit 250 Mitarbeitern führt kein ERP-System nebenbei ein. Auch die Digitalisierung der Fertigung oder der Aufbau eines neuen Vertriebskanals braucht jemanden, der das Projekt führt und nach Abschluss wieder geht. Dafür eine Stelle zu schaffen, die man in zwei Jahren wieder streicht, ergibt keinen Sinn. Eine Führungskraft auf Zeit dagegen schon.
Was einen guten Interim Manager ausmacht
Die Anforderungen an einen Interim Manager sind andere als an eine Führungskraft in Festanstellung. Wer auf Zeit kommt, muss schnell wirksam werden. Keine drei Monate Einarbeitung. Keine Schonfrist. Am ersten Tag zuhören, in der ersten Woche verstehen, in der zweiten Woche handeln.
Das können Menschen, die zwanzig oder dreißig Jahre Führungserfahrung mitbringen. Die schon Unternehmen saniert, Standorte aufgebaut und Krisen durchgestanden haben. Die keine Karriere mehr machen müssen und deshalb Entscheidungen treffen, die ein Angestellter sich nicht trauen würde. Die morgens um sieben in der Produktion stehen und abends um neun die Bankenpräsentation fertig haben.
Gleichzeitig muss ein Interim Manager eines können, das viele unterschätzen: wieder gehen. Wer auf Zeit kommt, darf keine Abhängigkeiten schaffen. Er muss Strukturen hinterlassen, die ohne ihn funktionieren. Dokumentation, Übergabe, sauberer Abschluss. Das ist die Disziplin, die gute Interim Manager von teuren Beratern unterscheidet.
Was Interim Management im Mittelstand besonders macht
Konzerne haben eigene Abteilungen für das Thema. Sie arbeiten mit den großen Interim-Providern, die tausende Profile in Datenbanken verwalten. Das funktioniert, wenn man einen CFO für ein DAX-Unternehmen braucht.
Im Mittelstand funktioniert es selten. Ein Unternehmen mit 200 Mitarbeitern in Südhessen braucht keinen Manager, der zuletzt einen Konzernbereich mit 5.000 Leuten geführt hat. Es braucht jemanden, der anpackt. Der am zweiten Tag durch die Fertigung geht und mit den Schichtleitern redet. Der versteht, dass im Mittelstand der Geschäftsführer auch mal den Kunden selbst anruft, wenn es dringend wird.
Unsere Personalberater kennen den Unterschied. Wir vermitteln Interim Manager, die den Mittelstand verstehen, weil sie selbst dort gearbeitet haben. Nicht aus der Datenbank, sondern aus einem Netzwerk, das wir über zwanzig Jahre aufgebaut haben. Wir kennen diese Menschen persönlich. Wir wissen, wie sie unter Druck reagieren. Und wir wissen, in welches Unternehmen sie passen und in welches nicht.
Wie wir den richtigen Interim Manager finden
Typische Rollen, die wir besetzen
Interim-Geschäftsführer. Interim-Werksleiter. Interim-Vertriebsleiter. Interim-CFO. Interim-Produktionsleiter. Interim-Einkaufsleiter. In Einzelfällen auch Sonderrollen: Projektleiter für eine ERP-Einführung, Sanierungsmanager im Auftrag der Bank, Integrationsmanager nach einer Übernahme.
Die Branchenkenntnis des Interim Managers ist dabei kein Wunsch, sondern Voraussetzung. Ein Werksleiter für einen Kunststoffverarbeiter muss die Spritzgusstechnik kennen. Ein Vertriebsleiter für einen Maschinenbauer muss Projektgeschäft können. Wir suchen nicht den allgemeinen Manager, sondern den Spezialisten, der in der konkreten Situation wirksam wird.
Was schiefgehen kann und wie wir es verhindern
Interim Management hat Risiken. Der falsche Manager in einer Krise richtet mehr Schaden an als eine offene Stelle. Jemand, der Konzernprozesse mitbringt und einem Mittelständler das SAP-Reporting aufzwingt, das kein Mensch braucht. Oder jemand, der zwar fachlich brillant ist, aber menschlich so abrasiv auftritt, dass das Team nach drei Wochen geschlossen zum Betriebsrat geht.
Wir vermeiden das durch ein Prinzip, das simpel klingt, aber Arbeit macht: Wir kennen jeden Interim Manager persönlich, bevor wir ihn vorschlagen. Wir haben erlebt, wie diese Menschen unter Druck arbeiten. Wir wissen, wo ihre Grenzen liegen. Und wir achten auf die kulturelle Passung genauso wie bei einer permanenten Besetzung, vielleicht sogar mehr. Denn ein Interim Manager, der nur drei Monate bleibt, kann in diesen drei Monaten genug Vertrauen zerstören, dass das Team ein Jahr braucht, um sich davon zu erholen.
Deshalb unser Grundsatz: Lieber zwei Tage länger suchen als den Falschen schicken.
Konditionen und Ablauf
In der Regel startet ein solcher Prozess wie folgt: Sie rufen an, wir hören zu. Im Briefing verstehen wir die Situation, die Aufgabe und wie viel Zeit bleibt. Danach geht es schnell. Innerhalb von ein bis zwei Wochen stellen wir Ihnen passende Kandidaten vor. Die meisten Interim Manager können zwei bis vier Wochen nach dem Erstgespräch anfangen.
Wie lange ein Mandat dauert, hängt von der Aufgabe ab. Drei Monate für eine Überbrückung, sechs für eine Sanierung, zwölf für ein Großprojekt. Der Interim Manager rechnet auf Tagessatzbasis ab. Was Sie zahlen, wissen Sie vorher, nicht hinterher.
Unser Modell: Der Interim Manager wird über uns abgerechnet. Sie erhalten eine Rechnung von BECKER + PARTNER, die den Tagessatz des Managers und unsere Vermittlungsleistung enthält. Keine separaten Verträge, keine doppelte Buchhaltung.
Warum sich Interim Management rechnet
Der häufigste Einwand: „Zu teuer." Wer so rechnet, vergleicht den Tagessatz eines Interim Managers mit dem Tagesgehalt eines Festangestellten. Das ist der falsche Vergleich.
Der richtige Vergleich: Was kostet die Alternative? Eine offene Geschäftsführerposition kostet den Mittelstand oft das Dreifache des Monatsgehalts pro Monat Vakanz, wenn man entgangene Aufträge, Verzögerungen und Teambelastung einrechnet. Unser Vakanzkosten-Rechner macht das sichtbar. Rechnen wir ein konkretes Beispiel: Ein Interim-Geschäftsführer für vier Monate, Tagessatz 1.800 Euro, 18 Arbeitstage im Monat. Macht rund 130.000 Euro. Klingt viel. Bis man gegenrechnet, was vier Monate ohne Geschäftsführer kosten: liegengebliebene Projekte, verlorene Aufträge, ein Team, das improvisiert statt arbeitet. Das Doppelte. Mindestens.
Dazu kommt: Kein Recruiting-Aufwand, keine Probezeit, kein Onboarding-Risiko. Der Interim Manager ist ab Tag eins produktiv. Und wenn das Mandat endet, endet auch die Kostenbelastung. Kein Kündigungsschutz, keine Abfindung, keine offenen Fragen.
Für kleinere Mittelständler gibt es eine zusätzliche Option: Teilzeit-Mandate. Viele Interim-Aufgaben lassen sich mit drei Tagen pro Woche lösen. Das senkt die Kosten auf rund 60 Prozent eines Vollzeitmandats und reicht für Aufgaben wie Projektsteuerung, Sanierungsbegleitung oder den Aufbau neuer Strukturen aus. Gerade Unternehmen, die zum ersten Mal mit Interim Management arbeiten, starten häufig mit einem solchen Modell.
Häufige Fragen zum Interim Management
Ihre Berater für Interim Management