So klappt’s mit einer konfliktfreien familieninternen Unternehmensnachfolge

Bei der Gründung eines eigenen Unternehmens wird alles darangesetzt, um mit seiner Firma erfolgreicher Bestandteil des Wirtschaftsmarktes zu sein. Dafür sind ein starker Wille, Fachkenntnisse und eine Menge an Durchhaltevermögen erforderlich. Geht es um den Aufbau des eigenen Unternehmens wird die gesamte Energie hineingesteckt, um langfristigen Unternehmenserfolg zu sichern. Nach und nach werden Mitarbeiter mit unterschiedlichem Knowhow und Bereichswissen eingestellt und der Personalstamm wächst, genauso wie das gesamte Unternehmen, stetig an. Haben Sie einfach alles dafür gegeben, um Ihr Familienunternehmen erfolgreich zu machen, kommen sie um den folgenden Punkt nicht herum. Früher oder später benötigen Sie für das, mit viel Zeit und Mühe, aufgebaute Unternehmen einen Nachfolger. Schieben Sie diesen wichtigen und zukunftsentscheidenden Punkt nicht immer in Ihren Gedanken herum und beginnen Sie schon frühzeitig zu handeln. Die Unternehmensübergabe ist für keinen Unternehmer, der sein gesamtes Herzblut in sein „Lebensprojekt“ gesteckt hat, leicht. Genau deshalb, ist es für eine erfolgreiche Übergabe von großer Bedeutung, auf eine frühzeitige Unternehmensübergabe zu setzen.

Sie haben mit all Ihrer Kraft Ihr eigenes Unternehmen zum Erfolg geführt, verschenken Sie das über Jahre gestiegene Potential nicht und handeln Sie jetzt, um die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens zu sichern!

Emotionalität über Rationalität

Wie das Sprichwort „Viele Wege führen nach Rom“ besagt, gibt es nicht DIE EINE richtige Lösung – ebenso bei der Übergabe des Unternehmens. Die Zuhilfenahme von zahlreichen Checklisten und Ratgeberliteratur bilden zwar eine wertvolle Basis, die tatsächliche familieninterne Unternehmensübergabestrategie ist jedoch von jedem Geschäftsführer selbst zu entwickeln und an die Werte und Strategien des Unternehmens anzupassen.

Um ein mit viel Liebe aufgebautes Unternehmen erfolgreich zu übergeben, sind diverse Komponenten zu berücksichtigen und bei der Entscheidung über den familieninternen Unternehmensnachfolger mit einzubeziehen. Eine wichtige Rolle bei der familieninternen Unternehmensübergabe sind Emotionen unabdingbar zu berücksichtigen. Die Außerachtlassung dieses wichtigen Faktors, kann für das bestehende Unternehmen wesentliche, negative Folgen haben.

Beziehen Sie also Ihren potentiellen Unternehmensnachfolger schon bevor der Prozess der Übergabe beginnt, in den Gedanken mit ein. So können sich Ihre Nachfolger über ihren Willen der Übernahme klarwerden. Konfliktpotential und das eventuelle Scheitern des Unternehmens im Übergabeprozess wird um ein Vielfaches verringert bzw. vermieden. Kommunizieren Sie von Beginn an transparent und klar, welche Erwartungen Sie an Ihren Nachfolger setzen und womit die Übernahme des Unternehmens direkt verbunden ist. Gerade bei familieninternen Unternehmensübergaben wie z. B. an Kinder, sind die gesteckten Erwartungen, vergleichsweise mit dritten Unternehmensübernehmern, um ein Vielfaches höher.

Bei einschlägigen Veränderungen des Unternehmens sollten Entscheidungen nicht nach Sympathie getroffen werden. Setzen Sie sich intensiv damit auseinander, welche Familienmitglieder die dafür unabdingbaren Fähigkeiten, aber auch die dementsprechende Motivation mit sich bringen. Vergessen Sie nie die Persönlichkeiten Ihrer Kinder auf die Führung eines Unternehmens zu übertragen. Nicht jeder Mensch wird mit der passenden Persönlichkeit für die Führung eines erfolgreichen Unternehmens geboren.

Die Entscheidung, welchem Familienmitglied das Unternehmen übertragen wird, ist erst das Ende vom Anfang. Ab diesem Zeitpunkt geht die richtige Unternehmensübertragung erst richtig los. Sparen Sie keine Zeit und investieren Sie viel Zeit in die Übergabe und betrauen Sie Ihren Nachfolger Schritt für Schritt mit den für die Zukunft wichtigen Verantwortungsbereichen. So sichern Sie den nachhaltigen Erfolg Ihres Unternehmens.

Familieninterne Unternehmensübertragung – Die 4 Arten stehen Ihnen zur Auswahl

Bei der familieninternen Unternehmensübertragung kann zwar in zahlreichen Ratgebern nachgeschlagen werden, jedoch ist es für jedes Unternehmen essentiell, seinen Individuellen Weg der Übergabe zu finden. Die folgenden vier Arten der familieninternen Unternehmensübertragungen beschreiben, welche Formen Ihnen dabei zur Verfügung stehen.

 

Step by Step: Die Schrittweise Übertragung

Die schrittweise Übertragung ist die am häufigsten eingesetzte Methode, um familieninterne Unternehmensnachfolger in den Unternehmeralltag und den Arbeitsprozessen einzugliedern. Die Beteiligung des Unternehmensnachfolgers an einer Kapital- oder Personengesellschaft ermöglicht ihm die Chance, durch die Beteiligung am Unternehmensgewinn, nach und nach mehr Anteile des Unternehmens zu erwerben und somit die Betriebsleitung zu übernehmen. Diese Form der Unternehmensübertragung, bietet einen wesentlichen, für beide Seiten gleichbedeutenden, Vorteil: ausreichend Zeit für die Erfahrungssammlung.

Für die Step by Step erfolgte Übertragung spielt die Rechtsform des Unternehmens eine entscheidende Rolle. Vorab, sollte darauf geachtet werden, ob diese Variante der Unternehmensübertragung mit der Unternehmensrechtsform kompatibel ist. Falls die gewählte Rechtsform die schrittweise Übertragung nicht ermöglicht, scheuen Sie nicht vor einer Umwandlung zurück. Rechtsformen, wie die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) und die Kommanditgesellschaft (KG) bieten dafür die dafür notwendigen Grundvoraussetzungen.

 

Übergabe bzw. Schenkung – Die vorweggenommene Erbfolge

Wird eine vorweggenommene Erbfolge in Betracht gezogen, wird das Unternehmen noch zu Lebzeiten des Senior-Chefs an sein Kind bzw. seine Kinder übergeben. Vergleichbar mit der schrittweisen Übertragung, bietet auch diese Methode umfassend Zeit, um den Unternehmensnachfolger in die Führung des Unternehmens einzulernen und, um damit für die notwendige Sicherheit bei der alleinigen Verantwortung zu bieten und alle Unklarheiten frühestmöglich aus dem Weg zu räumen. So steht mit der Übertragung des Reichtums des Unternehmerwissens und der erfolgreichen Führung eines Unternehmens nichts mehr im Wege.

 

Wann bietet die Schenkung einen großen Nutzenvorteil bei der Unternehmensübertragung?

Bei der Schenkung handelt es sich bei der Unternehmensübergabe um eine unentgeltliche Unternehmensübergabe, welche bereits zu Lebzeiten des Seniorunternehmers stattfindet. Durch die unentgeltliche Übergabe des Unternehmens sind bei der Schenkung Versteuerungen zu umgehen. Durch die erlaubte Abschreibung von Gebäuden und Grundstücken scheinen diese in der Buchhaltung mit einem wesentlich geringeren Wert auf, als diese in Realität besitzen – die stillen Reserven. Kommt es nun zu einem Verkauf der Firma, kommen diesen stillen Reserven eine wesentliche Rolle zu. Sie führen zu hohen unternehmensinternen Gewinnen, welche eine hohe Versteuerung zur Folge haben. Diese Gewinne werden durch eine Schenkung vermieden, wodurch die stillen Reserven, wie gehabt, in der Buchhaltung des Unternehmens aufscheinen und eine Versteuerung demnach nicht notwendig ist.

 

Testament bzw. Erbvertrag – Die gewillkürte Erbfolge

Durch die Erstellung eines gültigen Testamentes bzw. eines Erbvertrages, kann der Erblasser seinen Nachfolger frei bestimmen und sein Unternehmen an sein Kind übertragen. Um die Gültigkeit dabei zu gewährleisten ist ein von großer Bedeutung, dass im Testament bzw. Erbvertrag getroffene Regelungen mit dem Gesellschaftsvertrag ident sind. Stimmen die formulierten Inhalte nicht überein, kommt nur der Gesellschaftsvertrag zum Tragen.

Durch das deutsche Recht haben im Testament unerwähnte Angehörige, wie Kinder, Eltern und Ehegatten der Erblasser aufgrund der gesetzlichen Erbfolge das Recht auf ihren anteiligen Pflichtteil des Erbes. Da ein Unternehmen in der Regel mit einem hohen monetärem Wert verbunden ist, sind derartige Zahlungen von Abfindungen und Ausgleichszahlungen schwierig zu meistern. Dies stellt einen wesentlichen Grund dar, der zeigt, dass eine vorzeitige Unternehmensübergabe wesentliche Vorteile aufweist.

 

Die gesetzliche Erbfolge

Werden keine zu Lebzeiten des Seniorunternehmers Maßnahmen für die Regelung der Unternehmensübertragung getroffen, kommt es bei Todesfall zum Tragen der gesetzlichen Erbfolge. Das Erbe ist unter allen berechtigten Erbangehörigen aufzuteilen, wodurch es zu Erschwerung der Unternehmensführung kommen kann. Dies ist mit einem Beispiel über die Entscheidungsfindung im Unternehmen leicht und deutlich zu erklären. Stehen Entscheidungen im Unternehmen an, müssen die Erben eine Lösung finden, mit welcher jeder einzelne von ihnen einverstanden ist. Gerade im Unternehmertum ist es für den Erfolg von wesentlicher Bedeutung, eine schnelle Entscheidung zu finden. Diese Fähigkeit geht jedoch durch die Aufteilung der Unternehmensanteile an mehrere Erben verloren. Ganz nach dem Sprichwort: „Viele Köche verderben den Brei“, denn je mehr Erben es gibt, desto mehr Ziele und Motive werden unternehmensintern verfolgt. Dies hätte, ganz bestimmt gegen den Wunsch des ehemaligen Geschäftsführers, den Verkauf des Familienunternehmens zur Folge.

Jetzt Unternehmensnachfolge planen & zukünftigen Unternehmenserfolg sichern

Um eine konfliktfreie Unternehmensübergabe zu gewährleisten, ist es unumgänglich eine Übergabeform zu wählen, bei der das Unternehmen schon zu Lebzeiten des Senior-Geschäftsführers an seinen Nachfolger übergeben wird. So wird die dafür benötigte Zeit geschaffen, um für die notwendigen Führungskompetenzen und Unternehmenskenntnisse beim Unternehmensübernehmer zu sorgen. Die Einschaltung von Anwälten, Notaren und Steuerberatern helfen Ihnen dabei, die Unternehmensübergabe richtig durchzuführen, und Ihnen Hürden und Turbulenzen zu ersparen.

Sicherlich ist auch die Unterstützung von Fachleuten aus dem Personalwesen hilfreich. Unsere Personalberater unterstützen Sie gerne bei Ihren Fragen zur Unternehmensnachfolge. Sprechen Sie uns an, wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme!